Ernst Niekisch - Klassenkampf
Vorbemerkung: Nachstehender Aufsatz erschien im November 1932 in der
Zeitschrift „Widerstand“. Unserem Erachten nach haben die Zeilen Niekischs auch
heute Geltung, man braucht lediglich die geschilderte Situation in die
Gegenwart zu projizieren. Wie damals die Politische Klasse der Weimarer
Republik eine faktische Allianz mit den Versailler Siegermächten einging,
so ging nach dem Zweiten Weltkrieg die Politische Klasse der Bundesrepublik
eine Symbiose mit dem westlichen Imperialismus und Globalisierungskapitalismus
ein. Zur näheren Definition von Klassenkampf sei noch angemerkt, dass wir
unter Proletariat die Gesamtheit der Lohnarbeitenden verstehen. Auch die
postindustrielle Dienstleistungs- und Kommunikationsgesellschaft basiert –
ebenso wie die Industriegesellschaft - auf den Grundsätzen des
Privateigentums an Produktionsmitteln und der
Lohnarbeit; also ebenfalls auf kapitalistischer Ausbeutung und Klassenkampf von
oben.
Richard Schapke, im Juni
2004
1.
Der Unterschied der
Klassen und der Gegensatz, der aus sachlichen Gründen zwischen ihnen
besteht, ist eine Gegebenheit, die unvermeidlich auf den Besonderheiten der
menschlichen Natur, ferner den Voraussetzungen der menschlichen Gesellschaft
und ihrer Gliederung beruht. In den Zeiten der „organischen Gesellschaft“
verbarg sich der Klassengegensatz hinter den Spannungen, die zwischen den
verschiedenen Ständen niemals erloschen. Reich und arm, hoch und niedrig,
mächtig und schwach, Herr und Knecht, Arbeitgeber und Arbeitnehmer, aber
auch Edelmann und Bürger sind keinesfalls nur Polaritäten innerhalb
eines harmonischen Ganzen, die sich gegenseitig ergänzen; sie bezeichnen
Sprengkräfte, die das gesellschaftliche Gefüge zu bändigen hat,
gegen die es sich unausgesetzt zur Wehr setzen muss.
Wenn
sich das Gefühl des Klassengegensatzes zu der Entschlossenheit steigert,
ihn durchzufechten, dann wandelt sich der Klassengegensatz zum Klassenkampf. Der Klassengegensatz ist eine vorhandene
Tatsache, die jenseits des menschlichen Willens liegt; der Klassenkampf ist
eine bewusste Zuspitzung des Gegensatzes, die erst der menschliche Wille
hervorbringt. Den Klassengegensatz findet man vor, den
Klassenkampf organisiert man. Der Klassengegensatz ist
ein Zustand, der Klassenkampf eine Mobilmachung. Klassengegensatz ist Schicksal, Klassenkampf Aufstand gegen das Schicksal.
Die Klassenschichtung ist vertikal; sie geht von unten nach oben. Unten trägt
man Lasten; der Druck des Ganzen ruht darauf. Je weiter man nach oben steigt,
desto „unbeschwerter“ ist man, desto freier vermag man
sich zu bewegen, desto höher kann man Kopf und Schultern strecken. Der
Blick von unten nach oben ist wesentlich anders als
derjenige von oben nach unten. Unten gibt es nichts,
was für den, der oben steht, beneidenswert wäre. Wer oben ist, hat
keinen Anlass, auf den unter ihm „neidisch“ zu
sein; er genießt seine Höhe, seine „Erhabenheit“, sooft sein Auge
nach unten fällt. Das Oben hingegen, das von unten her betrachtet wird,
erscheint als das bessere, das glücklichere Los.
Man ist ausgeschlossen davon, indem man unten ist:
also leidet und neidet man.
So ist
es begreiflich, dass sich der Wille zum Klassenkampf immer unten
entzündet. Wer oben ist, findet den Bestand der
Weltordnung daran geknüpft, dass er seinen erhöhten Platz nicht
verliert; wer bevorzugt ist, glaubt stets, es auch mit Recht zu sein. Er steht
im Rahmen des Klassengegensatzes auf der Lichtseite; da entwickelt sich kein
Antrieb, kämpferisch die Stellungen der Schattenseite zu erobern. Der
Klassenkampf zielt auf das Vorrecht, oben zu sein; wer oben ist,
läuft Gefahr, nach unten gestürzt zu werden, sobald der Klassenkampf
entbrannt ist. So haben alle, die obenan sind, gute
Gründe, den Klassenkampf als Frevel und Verruchtheit zu brandmarken. Oben ist es gut sein; damit man sich dort sicher fühle, ist
es nötig, dass die von unten sich mit der gleichen Zufriedenheit in ihren
Tiefen heimisch machen. Klassenkampf ist bereits
Erdbeben; der Boden, auf dem man sich eingerichtet hat, schwankt. Der
Klassenkampf wird als Weltübel verfemt: darin ist
man sich oben allgemein einig. Wenn man ebenso allgemein unten beistimmte,
wäre der Klassenkampf aus der Welt geschafft; wer oben ist,
bräuchte nie zu fürchten, je nach unten gerissen zu werden. Aber man stimmt unten nicht allgemein bei. Es lockt, nach
oben zu drängen; die, welche nichts zu verlieren haben als
ihre Ketten, machen immer wieder den Versuch, alles zu gewinnen. So kommt der Lärm des Klassenkampfes niemals zum Schweigen.
2.
Der Marxismus behauptet,
die treibende Kraft der Geschichte sei der Klassenkampf; die Geschichte sei
„nichts als die Geschichte der Klassenkämpfe“. Er
selbst ist das geschichtlich umfassendste Unternehmen,
das Klassenbewusstsein der unteren Schichten im Weltmaßstabe zu
schärfen und es mit dem Fanatismus des Klassenkampfwillens zu
durchtränken. Seine Geschichtsdeutung ist eines
der Mittel, den Klassenkampfwillen anzuspornen: er erklärt Geschichte so,
wie er Geschichte machen möchte.
Seit siebzig Jahren wird
der deutsche Arbeiter zum Klassenbewusstsein erzogen, wird er für
den Klassenkampf einexerziert. Es gibt in der ganzen Welt
keinen Arbeiter, dessen Klassenkampfbewusstsein geschulter, dessen
Klassenkampfwille gedrillter wäre. Trotzdem hat der deutsche
Arbeiter bis zu diesem Tage noch nicht die Revolution
der proletarischen Klasse gewagt. 1918 war ein bloßer Zusammenbruch:
die Koalitionspolitik aber danach war nicht Klassenkampf, sondern Lakaiendienst
für die bürgerliche Ordnung, wie nicht nur die Fußtritte
beweisen, mit denen gegenwärtig die schmachvolle
Selbstentäußerung des Arbeiters quittiert wird. Der proletarische
Klassenkampfgedanke entfaltete bis zu diesem Tage in
Deutschland keine geschichtsbildende Kraft.
3.
Klassenkampf war der
Aufstand des französischen Bürgertums gegen die feudale
Gesellschaftsordnung im Jahre 1789 gewesen. Unter den Nachfolgern Ludwigs XIV. war die große Weltstellung Frankreichs Stück
für Stück abgesunken. Frankreich verlor sein
amerikanisches Weltreich. Es wurde in Europa von
Preußen und Österreich überflügelt. Die
Staatsverschuldung lähmte die außenpolitische
Bewegungsfähigkeit. Die herrschende feudale Schicht vergeudete ein
glanzvolles geschichtliches Erbe; sie war auf dem Wege, Frankreich in den
völligen Ruin zu treiben. Sie war eine schlechte Sachwalterin der
nationalen Lebensnotwendigkeiten geworden.
Gab es einen besseren Sachwalter dieser Lebensnotwendigkeiten? Das Bürgertum nahm in Anspruch, es zu sein. Die
Emigranten, die von Koblenz aus landesverräterischerweise das Ausland
gegen Frankreich hetzten, bestätigten nachträglich diesen Anspruch.
Das Bürgertum
verjagte den Adel aus Klassenkampfinstinkten. Aber er hatte
aus nationalpolitischen Gründen verdient, verjagt zu werden.
Die Umwälzung war weitaus mehr als ein soziales
Ereignis: der Klassenkampfgedanke verschmolz hier mit einem glühenden
nationalen Pathos. Der französische Bürger
rettete sein Vaterland vor dem rückständigen Europa, indem er seinen
König und seinen Adel köpfte. Der Umsturz
der Gesellschaftsordnung brachte ihm reichen sozialen Gewinn. Aber dieser Umsturz hatte doch im Ganzen eine nationale Funktion
erfüllt. Der bürgerliche Klassenkampf war die Form, in der
sich unter den gegebenen Umständen der nationale Selbstbehauptungskampf
Frankreichs allein erfolgreich vollziehen konnte. Der Klassenkampf war ein
Mittel des nationalen Kampfes. Der nationale Kampf, nicht der Klassenkampf, gab
dem Geschehen seinen letzten Sinn. Der Klassengegensatz wurde
zum Klassenkampf erhitzt, damit er eine politische Triebkraft werde und
eine nationale Notwendigkeit erfülle. Das französische
Bürgertum wurde zur herrschenden Schicht, weil
sein Klassenkampf sich der Gesetzlichkeit des politischen und nationalen
Daseins Frankreichs unterworfen hatte. In den Klassenkämpfen der
französischen Revolution erschöpft sich nicht ihr eigentlicher
Inhalt. Weil das französische Bürgertum Frankreichs nationale und
politische Machtstellung neu begründete, fiel ihm auch die soziale
Führung zu: es blieb Sieger im Klassenkampf, weil
es den nationalen Kampf siegreich zu Ende geführt hatte.
Wie der
französische Bürger Frankreich vor dem Absturz in die politische
Ohnmacht bewahrte, so rettete der russische Arbeiter Russland vor dem
Verhängnis der Zerreißung und Kolonialisierung. Die russische
feudale und bürgerliche Oberschicht hatte sich mit den Landesfeinden
verschworen; sie hätte die nationale Unabhängigkeit preisgegeben,
wenn ihr Sicherheiten für die Aufrechterhaltung ihrer bevorrechteten
Klassenlage geboten worden wären. So wurde einfach das
Dasein der oberen Klassen zu einer Gefährdung Russlands; wollte Russland
unabhängig und in außenpolitischer Freiheit fortbestehen, mussten
jene Klassen vernichtet werden. Sie waren Agenten und Verbündete
der westlichen Mächte; die Verteidigung ihrer Klassenvorrechte war
Landesverrat. Demgemäß wurde ihnen das Schicksal
der Landesverräter zuteil. Das ewige Russland war bei den
Partisanengruppen, war bei den Regimentern der revolutionären Arbeiter;
sein berufener Treuhänder war über Nacht Lenin geworden. Der
Klassenkampfgedanke hätte keine Zündkraft gehabt, wenn er nicht mit
dem Dynamit der nationalen Sendung geladen worden wäre. Der
Klassenkampfgedanke war bisher gewiss als Wirklichkeit
vorhanden; aber er war stumpf und ohne Schwung; er hatte nur im Gebälk
geschwelt. Er wurde zur aufschießenden, das Faule verzehrenden und die
unzerstörbare Substanz läuternden Feuersäule in dem Augenblick,
in dem er jenen nationalen Auftrag übernahm, für den die Stunde
höchster russischer Not ein gehorsames und opferbereites Werkzeug suchte.
Auch die russische Revolution war eine nationale Revolution. Der
klassenkämpferische Wille des russischen Arbeiters hatte seine politische
Funktion: er war die soldatische Moral, die den Arbeiter sogleich in Marsch
setzte, als man ihn rief, Weltgeschichte zu machen.
4.
Es ist
das Besondre der deutschen klassenbewussten Arbeiterschaft, dass sie der
Begegnung mit dem nationalen Pathos beharrlich auswich; das trifft auf
Sozialdemokraten ebenso zu wie auf Kommunisten. Sie versteift
sich auf ihren Klassenkampfegoismus; der breitere nationale Horizont
schreckt sie. Seit 1918 erlebt sie, dass das Klassenbewusstsein, das
sich dogmatisch streng auf sich selbst beschränkt, politisch völlig
ertraglos ist. In ihm selbst liegt kein politisches
Gewicht; wehrt es sich dagegen, Hebel zu sein, um nationale Dinge
einzurenken, dann ist es außerstande, in den
Ablauf des Geschehens als wirkende Kraft einzugreifen. Sozialdemokratie wie
Kommunistische Partei sind unlebendige Gebilde; ihnen
mangeln die Ausstrahlungen, um Deutschlands politischen Raum damit zu
durchdringen. Der sozialdemokratisch gefärbte
Klassenkampf wurde zur hohlen Phrase; er erschütterte das deutsche
Bürgertum nicht, und soweit er sich bemühte, sich in Politik
umzusetzen, wurde er ein Element der Begünstigung der französischen
Außenpolitik. Der kommunistisch gefärbte
Klassenkampf dagegen verzettelte sich in sinnlosem Radau. Er
bemühte sich, ein Ausläufer der Weltrevolution zu sein; da er aber
auf deutschem Boden nicht wohl ein Instrument der fanatischen Glut des russischen
Nationalismus zu sein vermochte, blieb er eine sehr leere, unschöpferische
Angelegenheit.
Der bürgerliche
Charakter der Versailler Ordnung ist geradezu eine
Herausforderung des deutschen Arbeiters, seinem Klassenkampfwillen deutschen
Freiheitswillen einzuschmelzen. Die Sozialdemokratie verharrt vor dieser
Herausforderung in träger Stummheit. Der deutsche Kommunismus fühlt
sich durch diese Herausforderung gelegentlich schon gereizt; das
äußerste aber, was er wagte, war: mit dem
deutschen Freiheitswillen taktisch zu tändeln. Auch das ist
wieder vorüber; inzwischen zog er sich auf seinen ebenso reinen wie toten
Klassenegoismus zurück.
Dass der
Klassenkampfwille des deutschen Arbeiters sich dem nationalen Pathos unzugänglich
erweist, sichert zuverlässiger als alles andere die soziale Machtstellung
des deutschen Bürgertums, begünstigt die Restauration und
fördert den Faschismus. Die deutsche Oberschicht steckt mit den
ausländischen Feinden unter einer Decke; sie paktiert mit Versailles wie
die russische Oberschicht mit Frankreich, England, Japan und Amerika hatte
paktieren wollen. Sie verschiebt ihr Kapital ins
Ausland; sie liefert auf dem Wege internationaler Vertrustung und Verschuldung
die deutsche Wirtschaft übel wollenden Nachbarn aus. Ihre
Erfüllungspolitik ist eine Politik fortgesetzter
Selbstpreisgabe. Sie hat kein moralisches Recht mehr, da zu
sein.
Aber es ist niemand da, der um Deutschlands willen ihr das Handwerk
legt. Nur durch einen Klassenkampf könnte es geschehen,
dessen eigentliche Triebkraft der Sturmhauch deutscher Freiheitsleidenschaft
wäre. Die Idee des Klassenkampfs alleine erteilt dem deutschen
Arbeiter dazu keine Vollmacht; ihr Atem ist, wie er
selbst fühlt, für eine solche geschichtliche Aufgabe gar nicht
ausholend genug.
So
bleibt diese nationale Aufgabe ungetan.
So vermag die deutsche
bürgerliche Ordnung ihr System der Rückversicherung (…) immer
vollkommener auszubauen. (…)
Das ist
das Hoffnungslose der deutschen Lage: dass sich die Verbindung zwischen
proletarischem Kampfwillen und nationalem Pathos nicht als ein schlechthin
elementarer Vorgang vollzogen hat.
Klassenkampfwille, der
auf seine Reinheit und Unverfälschtheit achtet, befreit nicht einmal die
soziale Schicht, die ihn pflegt.
Klassenkampfwille als politisches
Organ und Gefäß nationalen Lebenswillens befreit Völker.
Перевод
с иемецкого:
ЭРНСТ
НИКИШ. КЛАССОВАЯ БОРЬБА
Предисловие. Нижеследующая статья
появилась в ноябре 1932 года в журнале
«Сопротивление». По нашему мнению, строки Никиша не теряют значения и сейчас, только
описанную ситуацию необходимо только проецировать на современность. Как в ту
пору политический класс Веймарской республики фактически вступил в союз с версальскими
державами-победительницами, так и после второй мировой войны политический класс
федеративной республики образовал симбиоз с западным империализмом и капитализмом,
вступившим в процесс глобализации. Для более четкого определения понятия «классовая борьба» следует также заметить,
что под пролетариатом мы понимаем совокупность наемных рабочих. Постиндустриальное общество, в котором
господствует сфера услуг и связи – точно так же, как и индустриальное общество – основывается на
принципах частной собственности на средства производства и заработной платы, равным образом, как и на капиталистической
эксплуатации и классовой борьбе.
Рихард Шапке, июнь 2004 года
1.
Различие между классами и антагонизм между
ними, который вытекает из материальных причин, является данностью, которая
основывается с неизбежностью на особенностях человеческой природы, на
предпосылках человеческого общества и его стратификации. Во времена
«органического» общества классовый антагонизм скрывался за напряженными
отношениями, которые никогда не прекращались между различными сословиями. Богатый и бедный, высокий и низкий, могущественный и слабый,
работодатель и работник, а также аристократ и бюргер не являлись никоим образом
только полярностями внутри гармонического целого, которые взаимно дополняли
друг друга, они определяли деструктивные силы, которые общественная структура
должно было усмирять и против которых она должна была беспрерывно обороняться.
Когда чувство классового антагонизма
обостряется до уровня решимости его использовать, классовый антагонизм
обращается в классовую борьбу. Классовый антагонизм это наличный факт, который
лежит по ту сторону человеческой воли; классовая борьба означает сознательную
мобилизацию. Классовый антагонизм это судьба, классовая борьба – восстание
против судьбы.
Классовое деление идет по вертикали, оно
идет снизу вверх. Внизу несут бремя, давление целого покоится на этом. Чем
дальше поднимаются вверх, тем больше становятся «необремененными», тем
свободнее двигаются, тем выше могут поднять голову и шире распрямить плечи. Взгляд снизу вверх носит
сущностно другой характер, чем сверху вниз. Внизу нет ничего, на что бы
позавидовал тот, кто стоит наверху. Кто наверху, у того нет причины завидовать
тому, кто под ним; он наслаждается своей высотой, своей «возвышенностью»,
всякий раз, как его взгляд падает вниз. Высота напротив, тем, кто смотрит на
нее снизу, кажется лучшей, более счастливой участью. Те, кто находятся внизу,
этой участи лишены, и поэтому они страдают и завидуют.
Итак, понятно, что воля к классовой борьбе
всегда появляется снизу. Кто вверху, находит состояние мирового порядка
покоящимся на том, чтобы он не потерял свое возвышенное место, тот, кто находится
в привилегированном положении, думает всегда, что это правильно. Он стоит в
рамках классового противоречия на свету, поэтому и не
появляется побуждения насильственным путем захватить места теневой
стороны. Классовая борьба имеет своей целью преимущество быть наверху, кто
наверху, того тревожит опасность, быть опрокинутым вниз, в то время как разгорается классовая борьба. Все, кто
наверху, имеют хорошие основания, обозначать классовую борьбу как преступление
и гнусность. Быть вверху хорошо, но чтобы чувствовать
себя уверенно, необходимо, чтобы те, кто
внизу, вели себя в своих глубинах с такой же умиротворенностью.
Классовая борьба это уже поднятие земли, земля, на которой обустраиваются,
колеблется. Классовая борьба объявляется вне закона как мировое зло, и насчет
этого наверху царит единодушие. Если бы
таким же образом все решили внизу, классовая борьба была бы изгнана из мира, и
тем, кто наверху, не было бы нужды бояться быть сброшенными вниз. Но внизу все
не будут согласны. Манит продвинуться наверх, те, которым нечего терять, кроме
своих цепей, все время делают попытки захватить все. Поэтому шум классовой
борьбы никогда не затихает.
2.
Марксизм утверждает, что движущей силой
истории является классовая борьба, история это «ничто иное, как история
классовой борьбы». Он сам является исторически обширнейшим предприятием
обострить классовое сознание низших слоев в мировом масштабе и пропитать
их фанатизмом воли к классовой борьбе;
он объясняет историю так, как он хотел бы делать историю.
Уже
семьдесят лет немецкий рабочий воспитывается в духе классового сознания,
его натаскивают на классовую борьбу. Нет в целом свете рабочего, чья воля к
классовой борьбе была бы более вымуштрованной. Несмотря на это немецкий рабочий
до сегодня не отважился на
революцию пролетарского класса. В 1918 был чистый провал: коалиционная политика
являлась не проявлением классовой борьбы, а лакейским прислуживанием
буржуазному порядку, как не только пинки ногами
доказывают, которыми сейчас отвечают на позорное самоотречение рабочего. Идея
пролетарской классовой борьбы не развилась до сего дня в Германии в силу,
творящую историю.
3.
Классовой
борьбой являлось восстание французской буржуазии против феодального
общественного порядка в 1789 году. При наследниках Людовика XIV большой вес Франции в мире мало-помалу
сокращался. Франция потеряла свю американскую мировую империю. В Европе ее
обошли Пруссия и Австрия. Государственная задолженность парализовала
способность к внешнеполитическим ходам. Господствующий феодальный слой расточал
блестящее историческое наследство, он стоял на пути того, чтобы Франция обратилась целиком в руины. Он стал плохим выразителем жизненных интересов нации.
Имелся ли более лучший
выразитель этих жизненных интересов? Буржуазия стала претендовать эту роль.
Эмигранты, которые предательски по отношению к собственной стране науськивали
заграницу на Францию, подтвердили в последующем эту претензию.
Буржуазия изгнала знать, действуя из
инстинкта классовой борьбы. Но знать заслужила, чтоб ее изгнали, вследствие
национально-политических причин. Переворот был намного
большим, чем общественным событием.
Идея классовой борьбы сплавилась здесь с пламенным национальным пафосом.
Французский буржуа спасал свою родину от отсталой Европы, обезглавив своего
короля и его знать. Крушение общественного порядка принесло ему большую
социальную выгоду. Но это крушение выполнило в целом национальную задачу.
Классовая борьба буржуазии была формой, в которой при данных обстоятельствах
смогло успешно произойти отстаивание национальной независимости Франции.
Классовая борьба была средством национально-освободительной борьбы.
Национально-освободительная борьба, а не классовая придала происходящему его
решающее значение. Классовый антагонизм обострился до степени классовой борьбы,
чтобы стать движущей силой в политике и сделать то, что необходимо для нации.
Французская буржуазия стала правящим
слоем, так как ее классовая борьба подчинялась законности политического и
национального бытия Франции. В классовых битвах французской революции не
исчерпывается ее содержание. Так как
французская буржуазия вернула Франции ее могущество, ей удалось также общественное лидерство: она вышла победителем из классовой борьбы, так как
довела до победного конца
национально-освободительную борьбу.
Как французский буржуа удержал Францию от
падения в политическое небытие, так же русский рабочий спас Россию от судьбы
быть расчлененной и колонизированной. Русский феодальный и буржуазный правящий
слой вступили в сговор с врагами страны; они отреклись бы от национальной
независимости, если бы им предоставили гарантии сохранения привилегированного
классового положения. Так существование высших классов стало просто угрозой для
России; если Россия хотела бы продолжить существовать как независимая страна, с
руками, развязанными во внешней политике, те классы должны были быть
уничтожены. Они были агентами и союзниками западных держав; защита их классовых
привилегий становилась предательством страны. Таким образом, им выпала на долю
судьба предателей страны. Вечная Россия была с партизанскими отрядами, она была
с полками революционных рабочих, ее призванным властителем за мгновение стал
Ленин. Идея классовой борьбы не имела бы зажигательной силы, если она не была
бы нагружена динамитом национально-освободительной миссии. Идея классовой
борьбы до сих пор существовала явственно в действительности; но она была инертной и была лишена порыва, и только
в час опасности она получила развитие. Она превратилась в
бурно растущий, поглощающий гниение и облагораживающий несокрушимую суть
огненный столб в миг, когда она взяла на себя ту национальную задачу, для
которой час величайшей русской опасности нашел послушное и готовое к жертвам
орудие. И русская революция была также национальной революцией. Воля к
классовой борьбе русского рабочего имела свою политическую функцию: она была
солдатской моралью, которая рабочего тотчас же направила в поход, когда его
позвали вершить мировую историю.
4.
Это было особенностью немецких классово
сознательных рабочих, что они упорно избегали движения, пронизанного
национальным пафосом, это касается социал-демократов точно так же, как и
коммунистов. Они упорствуют в своем эгоизме классовой борьбы; более широкий
национальный горизонт пугает их. Начиная с 1918 года они
испытали на себе, что классовое сознание, когда оно в сильной степени
ограничено самим собой, полностью
нетерпимо в политическом плане. В нем самом не заключено никакого политического
веса; оно хранит себя от того, чтобы быть рычагом, чтобы выправить национальные
дела, так как оно не в силах вмешаться в
течение событий в качестве действенной силы. Социал-демократия, как и
коммунистическая партия это нежизнеспособные
структуры; им не достает влияния, чтобы охватить им политическое пространство
Германии. Классовая борьба, окрашенная в социал-демократические тона, стала
голой фразой; она не принесла вреда немецкой буржуазии, и пока она прилагала
усилия, чтобы превратиться в политику, она стала элементом пособничества
французской внешней политике. Классовая борьба же по-коммунистически, напротив,
обратилась в бессмысленный шум. Она старалась стать отростком мировой
революции, так как не смогла быть инструментом фанатичного пыла
русского национализма, то она оставалась
совершенно пустым, нетворческим делом.
Буржуазный характер версальского порядка
требует от немецкого рабочего соединить свою волю к классовой борьбе с волей к свободе для немецкого народа. Социал-демократия
отнекивается от этого требования в вялой немоте. Немецкий коммунизм чувствует
себя раздраженным этим требованием, самое крайнее, на что он решался, это флиртовать с волей к свободе для Германии на тактическом уровне. Но
это вновь проходит, теперь он заново обособляется
в своем классовом эгоизме, таком же чистом, как и мертвом.
То, что воля к классовой борьбе немецкого
рабочего оказывается незатронутой национальным пафосом, это надежнее, чем все
прочее, гарантирует господствующее положение в обществе немецкой буржуазии,
благоприятствует реставрации и помогает
фашизму. Немецкий правящий слой пребывает под одной крышей
с иностранными врагами, он
находится в сговоре с Версалем, как и
русский правящий слой находился в сговоре с Францией, Англией, Японией и
Америкой. Он вывозит свой капитал за
границу, он передает немецкую экономику злонамеренным соседям путем международного трестирования. Его коллаборационистская
политика является политикой постоянных уступок с нашей стороны. Он не имеет более морального
права оставаться у власти.
Но нет никакого, кто ради Германии положил
конец его проискам. Только через классовую борьбу это могло бы удастся, его
собственная движущая сила была бы боевым настроем жажды немецкой свободы. Одна
лишь идея классовой борьбы не наделяет немецкого рабочего никакими
полномочиями, ее дыхания, как он сам чувствует, не достаточно, чтобы выполнить
такую историческую задачу.
Таким образом, остается эта национальная
задача невыполненной.
Так может буржуазный порядок в Германии может
делать все более законченной свою систему перестраховки. (…)
В этом заключается безнадежность положения
Германии: что в качестве элементарного события не произошло объединения
классовой борьбы пролетариата с национальным пафосом.
Воля к классовой борьбе, которая
сосредоточена на своей чистоте и неопределенности, не освобождает даже тот
социальный слой, который ее ведет.
Воля к классовой борьбе как политический
инструмент и вместилище национальной
воли к жизни освобождает народы.